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Winterblues: Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Horrorszenario im Herbst: Die Business-Präsentation ist gründlich in die Hose gegangen, Kollegin Hast-Du-Schon-Gehört posaunt die Niederlage voller Wonne im gesamten Unternehmen herum und der Chef hat für den nächsten Tag ein intimes Treffen in seinem Büro anberaumt – nur er, Sie und Ihr Arbeitsvertrag. Abends stellen Sie dann auch noch fest, dass der Göttergatte Ihr Geheimversteck hinter der Enzyklopädie aufgespürt und sich den gesamten Notvorrat Schokoloade einverleibt hat. Keine Frage: Mit dieser Unverfrorenheit hat er das Ticket für eine Nacht auf der Couch gelöst – und dafür kann er sich nicht nur bei Ihrem Chef und der geschätzten Kollegin bedanken, sondern auch bei der dunklen Jahreszeit. Die ist nämlich für beides mit verantwortlich: für das Stimmungstief und den Janker auf Süßigkeiten.

Ausgelöst wird die Melancholie während der Herbst- und Wintermonate vor allem durch den Lichtmangel, der sich durch die kürzer werdenden Tage einstellt. Dieser sorgt dafür, dass sich der Hormonhaushalt umstellt: Das Sonnenlicht regt die Bildung des Gute-Laune-Hormons Serotonin an. Sobald die Tage kürzer werden, fährt der Körper die Produktion zurück und heizt stattdessen die Produktion des Schlafhormons Melatonin an. Während der Hormonumstellung fahren die Gefühle häufig Achterbahn. Doch dagegen ist ein Kraut gewachsen: das  Johanneskraut.

Johanneskraut knipst die gute Laune wieder an
Das  Johanneskrautgewächs erkennt man an seinen sonnengelben Blüten. Es gilt gemeinhin als natürliches Antidepressivum – wenngleich seine Wirkung nicht zuverlässig belegt ist. Die Einnahme des Krautes in Form von Tee, Kapseln oder Tabletten löst Ängste, lindert nervöse Unruhe und hellt die Stimmung auf. Diese Wirkung ruft das im Johanneskraut enthaltende Hypericum-Extrakt hervor. Es verhindert, dass das Serotonin wieder von den Zellen aufgenommen wird und erhöht dadurch den Serotonin-Spiegel im Körper. Im Gegensatz zu seiner Wirksamkeit sind die Nebenwirkungen des Krautes jedoch wissenschaftlich bewiesen: Es kann nicht nur zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen – beispielsweise die Wirkung der Anti-Baby-Pille außer Kraft setzen – sondern auch zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut. Solarium und Costa Rica sind während der Johanneskrautkur also tabu. Stattdessen steht ein Arztbesuch auf dem Programm.

Sonnenlicht tanken und freuen
Wer nicht den ganzen Tag zwischen Büro, Konferenzraum, Kantine und Gemeinschaftstoilette pendelt, sondern mindestens eine halbe Stunde Zeit für einen Spaziergänge an der frischen Luft hat, der therapiert seine schlechte Laune auf dem einfachsten Weg – mit Sonnenlicht. Dieses erreicht den Körper übrigens auch an wolkenverhangenen Tagen. Gleichzeitig kommen durch die Bewegung Kreislauf und Stoffwechsel auf Trab, die Müdigkeit verschwindet und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Sie können bei dem Spaziergang den direkten Weg zum Supermarkt Ihres Vertrauens einschlagen, um sich wieder mit Ihrer Lieblingsschokolade einzudecken.

Symptome und häufig Betroffene einer Winterdepression
Unter den typischen Symptome einer saisonalen Depression wie Antriebslosiggkeit, Heißhungerattacken, Traurigkeit, Angstzuständen, Verlust der Konzentrationsfähigkeit und ein gesteigertes Schlafbedürfnis  leiden häufig:

  • Frauen
  • junge Leute
  • Menschen mit hoher Stressbelastung