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Blasenentzündung: Hoch die Tassen wenn’s piekst und brennt

Die Koffer sind gepackt, die wenig entzückte Nachbarin ist zum Thema Briefkastenentleerung und Blumengießen ausgiebig gebrieft und der Besuch beim Friseur steigert die Chancen auf einen Urlaub mit nur wenigen Bad Hair Days. Eigentlich kann es ab auf die Autobahn in Richtung Florenz gehen, doch dann walzen die Vorboten einer bösen Blasenentzündung die Urlaubseuphorie nieder: ständiger Harndrang, Schmerzen im Unterleib und Beschwerden beim Wasserlassen. Jetzt heißt es wohl „arrivederci Florenz“, oder? – Nicht unbedingt, denn natürlich wächst auch dagegen ein natürliches Mittelchen in Omas Gemüsegarten.

Ursachen einer Blasenentzündung
Der brennende Schmerz beim Wasserlassen und der erhöhte Harndrang mit nur wenig Abgabe von Urin entsteht, wenn die ableitenden Harnwege – also Harnblase und Harnröhre – von Bakterien befallen sind. Diese setzen sich an der Schleimhaut fest und verursachen hier Entzündungen. Vor allem Frauen leiden unter Harnwegsinfektionen (auch Blasenkatarrh genannt), da ihre Harnröhre – und damit der Weg der aufsteigenden Bakterien zur Harnblase – kürzer ist als die Harnröhre des Mannes.

Bei leichten Reizungen der Blase verschaffen einige Naturheilmittel schnell Linderung. Anders sieht es allerdings aus, wenn Fieber, Schüttelfrost sowie Eiter oder Blut im Urin auftreten. Dann kann nur der Arzt eine Ausweitung des Blasenkatarrhs zu einer Nierenbeckenentzündung aufhalten.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Blasenentzündungen
Wer sich die Italienreise nicht von einer schnöden Blasenentzündung vermiesen lassen möchte, der kann bereits einige Wochen vorher Gegenmaßnahmen ergreifen: der Griff zur Wasserflasche oder dem Teebeutel stehen hier ganz oben auf der To-Do-Liste. Schließlicht sorgt eine hohe Trinkmengen dafür, dass die Harnwege kräftig durchgespült werden und mit dem Urin auch unerwünschte Bakterien in der Kanalisation verschwinden. Nicht gerade köstlich, dafür aber wirksam gegen Blasenentzündung sind übrigens Cramberrys. Regelmäßig als Saft oder in Tablettenform eingenommen, verhindern sie, dass sich Keime in den Harnwegen fröhlich vermehren.

Des weiteren ist beim Toilettenbesuch ein Mindestmaß an technischer Geschicklichkeit von Vorteil, um das Eindringen von Darmkeimen in den Organismus zu verhindern: Bei größeren Vorhaben auf dem stillen Örtchen sollte das Toilettenpapier in einer Wischbewegung von vorne nach hinten eingesetzt werden. Andernfalls geraten schnell Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre und gehen auf Wanderschaft in die Harnblase.

Hausmittel als Keimkiller
Um eine Blasenentzündung abklingen zu lassen, müssen im ersten Schritt die Bakterien über die Klinge springen. Dies gelingt auf zwei Wegen: ausspülen und abtöten. Um die entzündeten unteren Harnwege ständig durchzuspülen und die Keime auszuschwemmen, muss die Trinkmenge erheblich gesteigert werden. Empfohlen wird eine Flüssigkeitszufuhr von drei bis vier Litern am Tag. Hierfür eignen sich vor allem stilles Wasser und Tees aus harntreibenden Heilpflanzen wie Wacholder, Brennnessel oder Zinnkraut. Sie verstärken den Durchspüleffekt zusätzlich.

Die Vermehrung der Keime stoppt man am besten mit antibakteriellen – also Bakterien abtötenden – Stoffen. Dazu gehören in erster Linie Bärentraubenblätter. Als Tee getrunken oder in Tablettenform eingenommen, wirken sie entzündungshemmend und sorgen dafür, dass die Reizung abklingt. Wärme lindert währenddessen den brennenden Schmerz im Unterleib und entkrampft ihn. Diese kann entweder durch eine Wärmflasche oder ein heißes Voll- oder Sitzbad zugeführt werden. Auch an den Füßen sollten keine arktischen Temperaturen herrschen. Dicke Wollsocken gehören deshalb bei einem Blasenkatarrh zum Pflichtprogramm. Andernfalls wird das Immunsystem geschwächt und das wirkt sich negativ auf den Heilungsprozess aus.

Dont’s bei Harnwegsinfektionen
Wer zu Blasenentzündungen neigt, sollte folgende Dinge meiden, um Bakterien kein Eldorado zu bieten, das Immunsystem zu schwächen oder die Schleimhäute zusätzlich zu reizen:

  • Unterdrücken des Harndrangs
  • Slipeinlagen
  • Einsatz von chemische Imtimsprays oder Seifen
  • nasse Kleidung
  • auf kalten Steinen sitzen
  • Salz und scharfe Gewürze
  • Kaffee oder schwarzer Tee