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Ruckedigu – ein Käsefuß ist im Schuh

Nach dem Spaziergang durch die verschneite Winterlandschaft einfach die Moonboots in die Ecke feuern, sich eine heiße Schokolade kochen und gemeinsam mit dem Liebsten vor dem Kamin kuscheln. Das Szenario könnte romantischer nicht sein – wären da nicht die Schweißfüße des Angebeteten, deren penetranter Geruch einem die Tränen in die Augen treibt.

Schwitzen ist gar nicht so schlecht
Schwitzen ist ein normaler und lebenswichtiger Vorgang, dessen Intensität über hormonelle Prozesse gesteuert wird. Die Aufgabe des Schweißes: Er legt sich auf die Haut und kühlt den erhitzten Körper herunter. Auf diese Weise wirkt er als temperaturregulierende Klimaanlage. Am meisten schwitzt der Körper dort, wo sich besonders viele Schweißdrüsen befinden. Das ist nicht nur unter den Achseln der Fall, sondern auch an der Stirn, den Handinnenflächen und den Fußsohlen. Schwitzt der Fuß jedoch unverhältnismäßig viel, ist das krankhaft. Dieser Vorgang im Zusammenhang mit erheblichem Schweißgeruch wird auch Bromhidrosis genannt.

Ursachen für Schweißfüße
Der käsige Geruch eines Schweißfußes entsteht, wenn zwei Gegner aufeinander treffen: Schweiß und Bakterien. Sobald der Schweiß aus den Schweißdrüsen austritt, stürzen sich die Bakterien, die auf der Hautoberfläche siedeln, auf die Flüssigkeit und zersetzen sie. Bis zu dem Moment, an dem der Schweiß auf die Bakterien trifft, ist er noch völlig geruchslos. Doch während des Zersetzungsprozesses wird Buttersäure frei und die verursacht einen sehr intensiven Geruch. Ist der Schweißfluss unter dem Fuß dann auch noch rege und stetig, dauert der geruchsverursachende Prozess an. Gleichzeitig kann der alte Schweiß nicht trocknen, weil die Füße in Socken und Schuhen stecken. Diese unterbinden eine Luftzirkulation und damit das Trocknen der verschwitzten Füße.

Wer unter Schweißfüßen leidet, kann sich in der Regel bei seinen Eltern bedanken, denn diese hormonell bedingte Veranlagung ist erblich bedingt. Zu allem Überfluss hilft gegen den störenden Fußgeruch die allmorgendliche Dusche allein nicht. Da müssen wirksamere Mittel her.

Botox, OP und Drogerieartikel als Behandlungsmöglichkeiten
Der gemeine Schweißfuß lässt sich durch unterschiedliche Arten Schachmatt setzen. Die aufwendigste und kostspieligste Methode ist eine Behandlung mit dem Nervengift Botox. Dieses legt die Nerven lahm legt und verhindert dadurch eine Aktivierung der Schweißdrüsen durch die Nerven. Ebenso wie eine OP, bei der die Schweißdrüsen entfernt werden, sollte diese Behandlungsmethode nur das letzte Mittel der Wahl sein.

Auch das gut bestückte Kosmetikregal des Drogeriemarktes hält einige Waffen im Kampf gegen den Stinkefuß bereit: Fußdeos sorgen durch den Wirkstoff Aluminiumchlorid dafür, dass sich die Poren verschließen. So kann kaum noch Schweiß austreten. Deos, die nicht antitranspirierend, sondern aufgrund ihrer Duftstoffe geruchsüberdeckend wirken, enthalten in der Regel Alkohol. Dieser tötet die geruchsbildenden Bakterien ab und hemmt so ihre Vermehrung. Auf dieselbe Weise nehmen antibakterielle Fußcremes den übereifrigen Mikroorganismen den Wind aus den Segeln. Doch chemische Mittel greifen nicht nur Bakterien, sondern auch die Haut an. Gut, dass es auch einen natürlichen Weg gibt, dem Schweiß die Stirn zu bieten.

Natürliche Hilfe gegen den Käsefuß
Die Natur hat es wieder einmal gut mit uns Menschen gemeint. Sie stellt uns Pflanzen und Bäume zur Verfügung, die schweißabsorbierend oder schweißregulierend wirken. So verschaffen neben speziellen Schuheinlagen aus Zedernholz, die den Schweiß aufnehmen und gleichzeitig antibakteriell wirken, regelmäßige Fußbäder mit Eichenrinde dem geruchgeplagten Fußbesitzer etwas Ruhe. Verantwortlich für die schweißreduzierende Wirkung der Eichenrinde ist der hohen Anteil an Gerbstoffen. Ein- bis zweimal am Tag die Füße für etwa eine viertel Stunde hineingehalten und – voilà – der Schweißgeruch verduftet.

Tipps zur Schweißregulierung
Um die Schweißproduktion der Füße nicht auch noch anzuheizen, sollte man folgende Dinge meiden:

  • Luftundurchlässige oder enge Schuhe sind wie eine Sauna für die Füße. Entsprechend rege ist der Schweißfluss. Eine regelmäßige Desinfektion der Schuhe sorgt dafür, dass sie Bakterien sich hier nicht häuslich niederlassen.
  • Socken und Strümpfe aus chemischen Fasern sind nicht atmungsaktiv. Dünne Baumwollsocken nehmen Schweiß am besten auf.
  • Nikotin, scharfe Gewürze und zu viel Koffein kurbeln die Schweißproduktion an. Stattdessen viel Salbeitee trinken. Dieser hemmt die Produktion von Schweiß.
  • Füße morgens und abends waschen und gründlich – inklusive Zehenzwischenräume – abtrocknen. So wird der übel riechende, bereits getrocknete Schweiß entfernt und die Bildung der Bakterien gehemmt.

Nützliche Links

Infos zur Zedernholz-Sohle
Zubereitung Eichenrinden-Fußbad
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