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So ein Quark – wie ein mageres Milchprodukt Schmerzen lindert

Quarkwickel helfen bei Prellungen des Knies, Entzündungen nach Operationen, Halsschmerzen und Bronchitis. Das wusste auch Oma schon. Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen empfehlen es noch heute. Doch warum? Und wie lege ich sie an? Ein Erfahrungsbericht.

Das jüngst operierte Knie schmerzte und gewann trotz Kühlkissen zusehends an Umfang. Kein Wunder, zwei Stunden saß ich nun schon als Parkhauswächter im Kabuff am Ausgang und hatte mich genau keinen Zentimeter bewegt. Wenn das die nächsten zwei Stunden so weitergeht, fliege ich mit meinem Bein als Ballon auf und davon. Was hatte der Arzt – immerhin eine Chirugie-Ikone  – bei der letzten Kontrolle noch geschwafelt? Ich solle mein Knie mit Magerquark kühlen, das hemme die Entzündung?  So ein Käse, war mein erster Gedanke gewesen. Spät am Abend jedoch wich die Skepsis den Schmerzen und ich befolgte seinen Rat:

So macht man einen kalten Quarkwickel für das Knie

  • Den kalten Magerquark mit einem Messer auf beide Seiten eines Handtuches streichen.
  • Das Tuch auf die betroffene Körperpartie packen.
  • Eine Plastikfolie darüber legen, damit es nicht schmiert.
  • Die Folie mit einem Tape befestigen.

Das war 1998 und es half. Die Kühlung zog sofort spürbar tief ins Gelenk und die Schwellung ging merklich zurück. Ich weiß nicht mehr, wann ich den Quarkwickel abnahm, die Wirkung ließ jedoch bald nach und der Quark war nach einer halben Stunde schnell getrocknet. Generell gilt dies auch als zeitliche Begrenzung für Quarkwickel. Nur bei Entzündungen sollte man aufpassen, eine Anwendungsdauer von 15 – 20 Minuten nicht zu übersteigen.

Zur Anwendung gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen. Viele empfehlen das einseitige Bestreichen inklusive Stoffschicht zwischen Haut und Quark. Ich erinnere mich, dass mein Arzt das beidseitige Quarkverteilen und das direkte Auflegen empfohlen hatte, damit die anziehende Wirkung noch verstärkt wird. Problem: Man saut noch mehr rum und bekommt den Quark später schlecht ab. Hier sollte man für sich erst einmal vorsichtig die Varianten antesten.

Doch eine Frage bleibt natürlich: Warum wirkt Speisequark so gut?

Deshalb wirkt ein kalter Quarkwickel
Wissenschaftlich wurde die Wirksamkeit von Wickeln wenig untersucht. Genügend Anwendererfahrungen sind jedoch vorhanden. Die einen halten das phosphorhaltige Casein im Quark für den Grund. Casein ist in der Milch der wichtigste Eiweißbestandteil der Milch. Es soll den Stoffwechsel anheizen und eine aufsaugende Wirkung besitzen.  Andere schreiben den Milchsäurebakterien im Quark den Erfolg zu. Sie können Schleim verflüssigen und Entzündungsstoffe hemmen.

Die feuchte Kälte wirkt kühlend, schmerzlindernd und abschwellend. Bei entzündlichen Vorgängen wird durch den Quark die Wärme abgeleitet und die Schmerzempfindung herabgesetzt. . Wenn der Quark eingetrocknet ist, wird die Durchblutung angeregt.

Die Vorteile eines Wickels aus Magerquark

  • gibt es in jedem Supermarkt in rauen Mengen
  • kostet im Vergleich zu Salben oder Tabletten nur einen Bruchteil
  • Nebenwirkungen oder Hautreizungen sind sehr selten
  • Durch die angenehme Kühlung wird neben Körper auch der Geist stimuliert.

Der warme Quarkwickel
Körperwarm hilft der Wickel bei Husten, Bronchitis, Halsschmerzen oder Heiserkeit. Eine sehr gute Anleitung zum Anlegen gibt es hier.

Quarkwickel – helfen auch in der Beziehung
Viele Jahre nach der Kniekühlung im Parkhaus empfahl ich meiner Freundin einen Quarkwickel für die starke Stauchung ihrer Hand. Nach anfänglicher Skepsis, woher ich denn solche Tricks kennen würde, probierte sie den Quark aus. Heute schwingt sie den Staubwedel besser als je zuvor.

Anmerkung: Quarkwickel sollten nicht bei verschmutzten Verletzungen (z.B. Schürfwunden) oder offenen Wunden angewendet werden.