Sodbrennen: Brandlöscher aus Omas Gemüsebeet

Draußen gießt es in Strömen, der Himmel ist grau und es gibt nichts auf der Welt, für das man seinen muckeligen Platz unter der Wolldecke auf dem Sofa aufgeben würde. Wirklich gar nichts? Na gut, um Chips und Schokoprinten aus dem Schrank zu holen, reicht der Elan gerade noch aus. Am Fuße der Chipstüte angekommen dann das böse Erwachen: Es brennt in der Speiseröhre bis in den Rachen hinauf – und das nicht zu knapp. Der Magen rächt sich für die überfallartige Megaladung fettigem Naschkram mit schmerzhaften Sodbrennen. Das passt jetzt wirklich überhaupt nicht in den Tagesplan, denn – oh Schreck – dagegen hilft am besten ein Spaziergang an der frischen Luft. Wer nun weiter in der Waagerechten lümmelt, der begünstigt den Rückfluss der salzsäurehaltigen Verdauungssäfte aus dem Magen in die Speiseröhre nur noch mehr.

Schuld an der misslichen Lage ist ein ringförmiger Muskel, der sich im Übergang von der Speiseröhre zum Magen befindet und diesen verschließt: der sogenannte Pförtner. Meldet der sich krank oder ist mit dem Arbeitsaufkommen überfordert, schließt er nicht mehr richtig und die ätzende Magensäure kann ungehindert in die Speiseröhre zurückfließen.

Erster Schritt zur Besserung: Essverhalten ändern
Ist der Verdauungsablauf erst einmal aus dem Tritt geraten, ist Schluss mit übermäßigem Schlemmen, Süßigkeiten, Alkohol, Zitrusfrüchten, Nikotin, Kaffee und fetten oder scharfen Speisen. Sie reizen den Magen weiter oder zwingen ihn zu Höchstleistungen. Bei anspruchsvollen Verdauungsprozessen, die der Verzehr von fettigem Essen oder Süßigkeiten nach sich zieht, produziert er vermehrt Säure; Nikotin und Kaffee lassen hingegen den Pförtner erschlaffen und Zitrusfrüchte sorgen mit ihrem hohen Säuregehalt für eine zusätzliche Reizung der angegriffenen Schleimhaut der Speiseröhre. All diese Speisen sorgen auf ihre Weise dafür, dass das Sodbrennen nicht abklingt – mit etwas Pech sogar an Intensität zunimmt. Tritt Sodbrennen regelmäßig auf, kann sich auch die Speiseröhre durch den ständigen Säureangriff entzündet. Dann ist auf jeden Fall ein Arztbesuch sinnvoll. Dieser verschreibt ein säureregulierendes Medikament.

Natürliche Säurebinder aus Omas Garten
Nicht nur die Chemiekeule neutralisiert bzw. bindet Magensäure und lässt das Sodbrennen abklingen, auch Brandlöscher aus der Natur schaffen bei leichten Problemen Abhilfe. Erste Hilfe leistet stilles, warmes Wasser. In kleinen Schlucken getrunken, verdünnt es bereits die Magensäure und verringert die Konzentration der ätzenden Säure, die die Speiseröhre angreift. Stärke und Mineralien binden hingegen die Säure im Magen und besänftigen ihn auf diese Weise. In großen Mengen ist Stärke in Kartoffeln, Erbsen, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen und Bananen enthalten, Heilerde bindet die Säure durch ihren hohen Anteil an Mineralien und Spurenelementen. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Milch gegen Sodbrennen hilft. Im Gegenteil: Sie wirkt sich zwar kurzfristig beruhigend auf die brennende Speiseröhre aus, sorgt im Magen aber letztendlich dafür, dass vermehrt Säure gebildet wird.

Während des Essens sollten Sie außerdem darauf achten, die Speisen nur in kleinen Bissen und gut gekaut herunterzuschlucken. So können die im Speichel enthaltenden Enzyme bereits erste Zersetzungsarbeit leisten und dem Magen Verdauungsarbeit abnehmen.

Weitere Ursachen für Sodbrennen
Nicht nur das Essverhalten, auch die allgemeine körperliche Konstitution kann Sodbrennen begünstigen. Häufig davon betroffen sind unter anderem:

  • Schwangere
  • Menschen mit Reizmagen
  • Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Menschen mit Übergewicht

Winterblues: Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Horrorszenario im Herbst: Die Business-Präsentation ist gründlich in die Hose gegangen, Kollegin Hast-Du-Schon-Gehört posaunt die Niederlage voller Wonne im gesamten Unternehmen herum und der Chef hat für den nächsten Tag ein intimes Treffen in seinem Büro anberaumt – nur er, Sie und Ihr Arbeitsvertrag. Abends stellen Sie dann auch noch fest, dass der Göttergatte Ihr Geheimversteck hinter der Enzyklopädie aufgespürt und sich den gesamten Notvorrat Schokoloade einverleibt hat. Keine Frage: Mit dieser Unverfrorenheit hat er das Ticket für eine Nacht auf der Couch gelöst – und dafür kann er sich nicht nur bei Ihrem Chef und der geschätzten Kollegin bedanken, sondern auch bei der dunklen Jahreszeit. Die ist nämlich für beides mit verantwortlich: für das Stimmungstief und den Janker auf Süßigkeiten.

Ausgelöst wird die Melancholie während der Herbst- und Wintermonate vor allem durch den Lichtmangel, der sich durch die kürzer werdenden Tage einstellt. Dieser sorgt dafür, dass sich der Hormonhaushalt umstellt: Das Sonnenlicht regt die Bildung des Gute-Laune-Hormons Serotonin an. Sobald die Tage kürzer werden, fährt der Körper die Produktion zurück und heizt stattdessen die Produktion des Schlafhormons Melatonin an. Während der Hormonumstellung fahren die Gefühle häufig Achterbahn. Doch dagegen ist ein Kraut gewachsen: das  Johanneskraut.

Johanneskraut knipst die gute Laune wieder an
Das  Johanneskrautgewächs erkennt man an seinen sonnengelben Blüten. Es gilt gemeinhin als natürliches Antidepressivum – wenngleich seine Wirkung nicht zuverlässig belegt ist. Die Einnahme des Krautes in Form von Tee, Kapseln oder Tabletten löst Ängste, lindert nervöse Unruhe und hellt die Stimmung auf. Diese Wirkung ruft das im Johanneskraut enthaltende Hypericum-Extrakt hervor. Es verhindert, dass das Serotonin wieder von den Zellen aufgenommen wird und erhöht dadurch den Serotonin-Spiegel im Körper. Im Gegensatz zu seiner Wirksamkeit sind die Nebenwirkungen des Krautes jedoch wissenschaftlich bewiesen: Es kann nicht nur zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen – beispielsweise die Wirkung der Anti-Baby-Pille außer Kraft setzen – sondern auch zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut. Solarium und Costa Rica sind während der Johanneskrautkur also tabu. Stattdessen steht ein Arztbesuch auf dem Programm.

Sonnenlicht tanken und freuen
Wer nicht den ganzen Tag zwischen Büro, Konferenzraum, Kantine und Gemeinschaftstoilette pendelt, sondern mindestens eine halbe Stunde Zeit für einen Spaziergänge an der frischen Luft hat, der therapiert seine schlechte Laune auf dem einfachsten Weg – mit Sonnenlicht. Dieses erreicht den Körper übrigens auch an wolkenverhangenen Tagen. Gleichzeitig kommen durch die Bewegung Kreislauf und Stoffwechsel auf Trab, die Müdigkeit verschwindet und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Sie können bei dem Spaziergang den direkten Weg zum Supermarkt Ihres Vertrauens einschlagen, um sich wieder mit Ihrer Lieblingsschokolade einzudecken.

Symptome und häufig Betroffene einer Winterdepression
Unter den typischen Symptome einer saisonalen Depression wie Antriebslosiggkeit, Heißhungerattacken, Traurigkeit, Angstzuständen, Verlust der Konzentrationsfähigkeit und ein gesteigertes Schlafbedürfnis  leiden häufig:

  • Frauen
  • junge Leute
  • Menschen mit hoher Stressbelastung