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Backpulver: Wundermittel gegen Verkrustungen und Flecken

Es ist unscheinbar, weiß und geschmacksneutral, entwickelt beim richtigen Einsatz aber Bärenkräfte: Backpulver. Der kleine Backhelfer aus der Tüte setzt sich unter anderem aus Natron und einem Säuerungsmittel wie Zitronensäure zusammen. Unter Hitze- und Feuchtigkeitseinwirkung reagieren beide miteinander und setzen Kohlenstoffdioxid (CO2) frei. Unter den Teig von Kuchen oder Plätzchen gemischt, bewirkt Backpulver, dass sich kleine Kohlenstoffdioxidbläschen bilden und den Teig durchsetzen. Dieser wird dadurch locker und nimmt an Volumen zu – er geht auf. Aus diesem Grund wird Backpulver auch als „Triebmittel“ bezeichnet. Doch nicht nur im Ofen, sondern auch in anderen Bereichen des Haushaltes legt das fade Pülverchen echte Superheldenqualitäten an den Tag.

Backpulver blubbert Töpfe sauber
Hat man sich beim Telefonplausch mit der besten Freundin verquatscht und verpasst den optimalen Zeitpunkt, um die Milch für den Babybrei von der Herdplatte zu nehmen, wird es schnell ungemütlich in der Küche: Die Milch kocht beleidigt über und hinterlässt nicht nur einen üblen Gestank in der Luft, sondern auch einen hartnäckigen, dunkelbraunen Film auf dem Topfboden. Selbst wenn der Topf in kürzester Zeit mit Spülwasser gefüllt wird – eine schweißtreibende Schrubbarie benötigt er dennoch, um wieder zu glänzen. Doch ein gezielter Griff in die hausfrauliche Trickkiste kürzt das Scheuern ab. Denn Backpulver gehört zu den nicht mehr ganz so geheimen Wunderwaffen im Kampf gegen angebrannte Töpfe.

Um den eingebrannten Essensfilm vom Topfboden zu lösen, streut man Backpulver auf den verkrusteten Boden und gibt etwas Wasser hinzu. Danach erhitzt man das Wasser. Da während der Erwärmung die Reaktion des Natrons mit dem Säuerungsmittel stattfindet und sich die CO2-Bläschen bilden, sprudelt das Wasser schnell über. Aus diesem Grund sollte sich nicht zu viel Wasser in dem Topf befinden. Nach dem Erhitzen lässt man den Topf ein paar Stunden mit dem Backpulver-Wasser-Gemisch stehen. In dieser Zeit können die Kohlenstoffdioxidbläschen gemütlich die Verkrustung im Topf aufbrechen. Nun lassen sich die hartnäckigen Verkrustungen unkompliziert mit dem Schwamm entfernen.

Backpulver gegen Fettflecken in der Wäsche
Wenn Vati sich mal wieder mit Salatdressing bekleckert hat, hinterlässt dieses hässliche Flecken auf dem weißen Business-Hemd – leider auch noch nach dem dritten Waschgang. Auch hier kann Backpulver aus der Patsche helfen: das trockene Pulver einfach in den Fleck massieren, einwirken lassen und ausbürsten. Das Backpulver zieht das Fett aus dem Gewebe und kann Fettlecken so beseitigen.

Zitronensaft: Saures gegen Kalk

Egal ob am Boden des Wasserkochers, am Wasserhahn, an der Duschkabine, dem Duschkopf oder in der Kaffeemaschine – an Stellen, die regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen, lässt sich Kalk nieder. Der Mineralstoff setzt sich aus Kalzium und Magnesium zusammen und ist nicht gesundheitsgefährdend, hübsch sieht er dennoch nicht aus. Um Kalkablagerungen in der Kaffeemaschine und dem Wasserkocher vorzubeugen, empfiehlt es sich, Wasserreste immer auszuschütten. Wenn das nicht hilft, wartet der natürliche Feind des Kalkes in der Obstschale: die Zitrone.

Zitrone gegen Kalkablagerungen
Zitronen enthalten natürliche Säure. Diese reagiert mit dem Kalk und löst ihn auf. Der Saft von einer Zitrusfrucht mit Wasser verdünnt entfernt Kalk im Wasserkocher und der Kaffeeautomaten. Bei Verkrustungen im Bad kann man das Zitronenwasser mit etwas flüssiger Handseife mischen. Sie sorgt dafür, dass die Säure in die Kalkablagerung vordringen kann. Verschwinden diese nicht beim ersten Reinigungsdurchgang, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden: Legt man einen mit Zitronenwasser getränkter Lappen für ein paar Stunden auf die verkalkte Fläche, kapituliert auch der hartnäckigste Kalkfleck.

Hier finden Sie mehr zur richtigen Konzentration der Zitronensäure.

Essig – nicht immer die beste Wahl
Anders als häufig angenommen, eignet sich Essig nicht in jedem Fall, um Kalk zu entfernen. Dieser ätzt die Mineralrückstände zwar weg, mit den Rückständen geht es aber auch den Gummidichtungen oder der verchromten Oberfläche an den Kragen. Sind diese erst einmal porös, kann sich hier der Kalk ungestört niederlassen. Zudem hinterlässt Essig im Gegensatz zu Zitrone einen unangenehmen Geruch.