Archive | Januar 2015

Backpulver: Wundermittel gegen Verkrustungen und Flecken

Es ist unscheinbar, weiß und geschmacksneutral, entwickelt beim richtigen Einsatz aber Bärenkräfte: Backpulver. Der kleine Backhelfer aus der Tüte setzt sich unter anderem aus Natron und einem Säuerungsmittel wie Zitronensäure zusammen. Unter Hitze- und Feuchtigkeitseinwirkung reagieren beide miteinander und setzen Kohlenstoffdioxid (CO2) frei. Unter den Teig von Kuchen oder Plätzchen gemischt, bewirkt Backpulver, dass sich kleine Kohlenstoffdioxidbläschen bilden und den Teig durchsetzen. Dieser wird dadurch locker und nimmt an Volumen zu – er geht auf. Aus diesem Grund wird Backpulver auch als „Triebmittel“ bezeichnet. Doch nicht nur im Ofen, sondern auch in anderen Bereichen des Haushaltes legt das fade Pülverchen echte Superheldenqualitäten an den Tag.

Backpulver blubbert Töpfe sauber
Hat man sich beim Telefonplausch mit der besten Freundin verquatscht und verpasst den optimalen Zeitpunkt, um die Milch für den Babybrei von der Herdplatte zu nehmen, wird es schnell ungemütlich in der Küche: Die Milch kocht beleidigt über und hinterlässt nicht nur einen üblen Gestank in der Luft, sondern auch einen hartnäckigen, dunkelbraunen Film auf dem Topfboden. Selbst wenn der Topf in kürzester Zeit mit Spülwasser gefüllt wird – eine schweißtreibende Schrubbarie benötigt er dennoch, um wieder zu glänzen. Doch ein gezielter Griff in die hausfrauliche Trickkiste kürzt das Scheuern ab. Denn Backpulver gehört zu den nicht mehr ganz so geheimen Wunderwaffen im Kampf gegen angebrannte Töpfe.

Um den eingebrannten Essensfilm vom Topfboden zu lösen, streut man Backpulver auf den verkrusteten Boden und gibt etwas Wasser hinzu. Danach erhitzt man das Wasser. Da während der Erwärmung die Reaktion des Natrons mit dem Säuerungsmittel stattfindet und sich die CO2-Bläschen bilden, sprudelt das Wasser schnell über. Aus diesem Grund sollte sich nicht zu viel Wasser in dem Topf befinden. Nach dem Erhitzen lässt man den Topf ein paar Stunden mit dem Backpulver-Wasser-Gemisch stehen. In dieser Zeit können die Kohlenstoffdioxidbläschen gemütlich die Verkrustung im Topf aufbrechen. Nun lassen sich die hartnäckigen Verkrustungen unkompliziert mit dem Schwamm entfernen.

Backpulver gegen Fettflecken in der Wäsche
Wenn Vati sich mal wieder mit Salatdressing bekleckert hat, hinterlässt dieses hässliche Flecken auf dem weißen Business-Hemd – leider auch noch nach dem dritten Waschgang. Auch hier kann Backpulver aus der Patsche helfen: das trockene Pulver einfach in den Fleck massieren, einwirken lassen und ausbürsten. Das Backpulver zieht das Fett aus dem Gewebe und kann Fettlecken so beseitigen.

Zitronensaft: Saures gegen Kalk

Egal ob am Boden des Wasserkochers, am Wasserhahn, an der Duschkabine, dem Duschkopf oder in der Kaffeemaschine – an Stellen, die regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen, lässt sich Kalk nieder. Der Mineralstoff setzt sich aus Kalzium und Magnesium zusammen und ist nicht gesundheitsgefährdend, hübsch sieht er dennoch nicht aus. Um Kalkablagerungen in der Kaffeemaschine und dem Wasserkocher vorzubeugen, empfiehlt es sich, Wasserreste immer auszuschütten. Wenn das nicht hilft, wartet der natürliche Feind des Kalkes in der Obstschale: die Zitrone.

Zitrone gegen Kalkablagerungen
Zitronen enthalten natürliche Säure. Diese reagiert mit dem Kalk und löst ihn auf. Der Saft von einer Zitrusfrucht mit Wasser verdünnt entfernt Kalk im Wasserkocher und der Kaffeeautomaten. Bei Verkrustungen im Bad kann man das Zitronenwasser mit etwas flüssiger Handseife mischen. Sie sorgt dafür, dass die Säure in die Kalkablagerung vordringen kann. Verschwinden diese nicht beim ersten Reinigungsdurchgang, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden: Legt man einen mit Zitronenwasser getränkter Lappen für ein paar Stunden auf die verkalkte Fläche, kapituliert auch der hartnäckigste Kalkfleck.

Hier finden Sie mehr zur richtigen Konzentration der Zitronensäure.

Essig – nicht immer die beste Wahl
Anders als häufig angenommen, eignet sich Essig nicht in jedem Fall, um Kalk zu entfernen. Dieser ätzt die Mineralrückstände zwar weg, mit den Rückständen geht es aber auch den Gummidichtungen oder der verchromten Oberfläche an den Kragen. Sind diese erst einmal porös, kann sich hier der Kalk ungestört niederlassen. Zudem hinterlässt Essig im Gegensatz zu Zitrone einen unangenehmen Geruch.

Physalis – Kirschgroße Vitamin-A-Bombe im Pergamentmäntelchen

Nach den Weihnachtstagen haben die Leckereien einen unerwünschten Zwischenstopp auf der Hüfte eingelegt. Das war so nicht vorgesehen – also: Arrivederci Kekse, Printen und Schokokugeln! Servus Obst, Gemüse und miese Laune!

Wer am Obst- und Gemüseregal allerdings auch einmal einen genaueren Blick riskiert, entdeckt viele exotische Früchte, deren Namen nach raschelnden Baströckchen, bunten Blumenketten  und Meeresrauschen schmecken. Die machen mindestens genauso viel Spaß, wie ihre kalorienreichen Konkurrenten. Das Beste daran: Sie richten sich nicht häuslich in den Fettdepots ein und versorgen den Körper zudem mit einer Flut an gesunden Inhaltsstoffen. Eine exotische Frucht, die bereits vor Jahren den Weg ihren Weg von Peru auf den deutschen Esszimmertisch gefunden hat, ist die Physalis.

Blütenblätter verraten den Reifegrad
Die orangegelbe, saftige Frucht der Physalis – auch Peruanische Blasenkirsche oder Kapstachelbeere genannt – ist reich an Vitamin C, Eisen, Phosphor, Provitamin A1 und B1. Da sie von einem laternenförmigen Blütenkelch umschlossen ist, kann man im Supermarkt nicht immer erkennen, ob sie reif oder bereits verfault ist. Orientierung bieten hier die Blätter des Kelches:  Sind diese pergamentartig und weisen eine hellbraune Farbe auf, ist die Physalis reif.  Sobald sich die Blätterfarbe verdunkelt, ist die Frucht hinüber. Damit sich die Physalis möglichst lange hält, sollte sie kühl und trocken gelagert werden.

Speisen mit Physalis
Physalis genießt man auf verschiedene Arten: pur als kleinen gesunden Snack oder als exotische Zutat für Kuchen, Chutneys und Obstsalate.

Hier finden Sie Rezepte mit Physalis:

Physalis-Sorbet
Physalis-Sahne Kuchen
Physalis Schichtdessert
Südsee-Salat
Aloe-Limetten-Putensteak mit Physalis-Salsa

Zwiebel: Muffelnde Geheimwaffe gegen verstopfte Nase

Auf dem Steak, zwischen den Burgerbrötchen oder in einem griechischen Salat haben Zwiebeln durchaus ihre Berechtigung – im Schlafzimmer möchte man die muffelnden kleinen Knollen allerdings nach Möglichkeit nicht haben. Doch wer aufgrund einer Nasenschleimhautentzündung, der sogenannten Rhinitis, unter einer verstopften Nase leidet, sollte sich das noch einmal überlegen. Denn Zwiebeldämpfe lassen die Schleimhäute abschwellen, verdünnen festsitzenden Schleim und erleichtern so auf natürliche und sanfte Weise das Atmen.

Ursachen einer verstopften Nase
Eine zugeschwollene Nasenschleimhaut tritt nicht nur akut als unangenehme Begleiterscheinung bei Erkältungen auf. Sie kann auch durch verschiedene Allergien, den ständigen Gebrauch von Nasentropfen, eine Nasennebenhöhlen-Entzündung und durch staubige oder trockene Luft hervorgerufen werden.

Die Nasenschleimhaut reagiert gereizt, wenn sie von unerwünschten Eindringlingen wie Viren, Bakterien, Staub oder Allergene wie beispielsweise Pollen attackiert wird. Dann versucht das Immunsystem den Feind – oder bei Allergenen die Substanz, die der Körper für den Feind hält – mit Hilfe von wässrigem oder eitrigem Sekret loszuwerden. Bei der Abwehrreaktion schwellen die Schleimhäute in der Nase an. Dadurch gelangt wenig oder gar keine Luft durch die zugeschwollenen Nasenlöcher in die Lunge – wir müssen durch den Mund Luft holen. Um wieder durch die Nase atmen zu können, benötigt man ein sogenanntes „Dekongestionsmittel“, das die Schleimhaut zum Abschwellen bringt. Das kann ein Kopfdampfbad, eine heiße Hühnersuppe oder eine klein geschnittene Zwiebel sein.

Zwiebel – ein natürliches Heilmittel
Der klassische Schnupfen lässt sich ganz einfach mit Hilfe eines Hausmittels bekämpfen: der Zwiebel. Eine frisch aufgeschnittene Zwiebel dünstet das ätherischen Öl Allicin aus. Der scharfe Dampf sorgt durch seine antibakterielle, schleimlösende und stoffwechselanregende Wirkung dafür, dass die Nasenschleimhaut abschwillt und ein klares Sekret absondert. Die wässrige Flüssigkeit verdünnt den eitrigen Schleim, der die Atemwege verstopft – er kann nun ungehindert abfließen. Um diesen Vorgang zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Trinkmenge auf etwa zwei Litern am Tag zu erhöhen.

Zwiebelsäckchen für nächtliches Aufatmen
Um in der Nacht durchatmen zu können, benötigt man eine Zwiebel. Diese hackt man in kleine Stücke. Damit der Zwiebelsaft und damit die heilenden ätherische Öle austreten und ihre heilende Wirkung entfalten können, werden die Zwiebelstückchen in einem Wasserbad auf Körpertemperatur erwärmt. Danach gibt man sie auf ein Geschirrtuch, bindet dies zu einem kleinen Säckchen und drückt es leicht zusammen. Auf den Nachttisch neben dem Kopfende des Bettes gelegt, hält das ätherische Öl der Zwiebel die verschnupfte Nase während des Schlafes frei.

Quercetin – die Geheimwaffe unterm Zwiebelhäutchen
Zwiebeln helfen nicht nur äußerlich angewendet bei gesundheitlichen Problemen. Auch als Speise bringen vor allem rote Zwiebeln durch ihre geballte Ladung an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen das Immunsystem auf Trab. Zudem versteckt die unscheinbare Knolle mit dem Naturfarbstoff Quercetin eine Geheimwaffe gegen Allergien unter ihrem Häutchen und wirkt als ein natürliches Antihistaminikum.

Quercetin ist vor allem in den äußeren Ringen der Zwiebel enthalten. Er reguliert den Histaminspiegel im Blut, der bei allergischen Reaktionen drastisch ansteigt. Der Anstieg ist auf die Aufgabe des Histamins zurückzuführen: Es alarmiert die körpereigene Abwehr, wenn der Körper mit Substanzen in Kontakt kommt, die dieser als gefährlich einstuft. Die Substanzen können sich bereits in der Blutbahn befinden, das ist bei einer Lebensmittelunverträglichkeit der Fall, oder von außen eindringen, wie bei einer Pollenallergie. Bei Allergien ist die körpereigene Einordnung der Substanzen zwar falsch, das hindert den Organismus aber nicht daran, den Kampf gegen sie aufzunehmen – er reagiert über. Diese Überreraktion des Körper löst häufig Niesen, Schnupfen und Juckreiz aus.

 

Nützliche Links:
So bindet man ein Zwiebelsäckchen
Die oberen Atemwege
Mehr Infos zur Nasenschleimhautentzündung